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Sex-Lexikon – Die wichtigsten Begriffe rund um Lust, Liebe & Fetische

Du bist neugierig, liest Begriffe wie Cuckold, Vanilla Sex oder Aftercare und fragst dich: Was bedeutet das eigentlich genau? In unserem Sex-Lexikon findest du klare Erklärungen zu den wichtigsten Begriffen der Erotik-, BDSM- und Swingerszene – von A bis Z, ohne Tabus und in Alltagssprache erklärt.

Sex-Lexikon von A-Z

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

24/7 D/s

Eine Dauerrolle in der Dominanz-/Unterwerfungsdynamik, bei der ein Paar diese Machtverteilung nicht nur im Spiel, sondern auch im Alltag lebt. Erfordert starkes Vertrauen, klare Regeln und Kommunikation.

69

Die 69er-Stellung bedeutet, dass sich zwei Personen gleichzeitig oral befriedigen. Dabei liegt eine Person verkehrtherum über der anderen. Bei Männern oft sehr beliebt und bei vielen Frauen eher weniger beliebt.

A

Aftercare

Der wichtigste Teil nach intensiven sexuellen oder BDSM-Erlebnissen: Zuwendung und Fürsorge, damit sich alle Beteiligten wieder sicher und emotional stabil fühlen.

Ageplay

Ein konsensuelles Rollenspiel, bei dem eine Person in eine andere Altersrolle schlüpft (z. B. „Little“). Es geht um Dynamik, Fürsorge oder Machtgefüge, nicht um reale Minderjährigen-Szenarien.

Analplay

Alle sexuellen Praktiken rund um den Po – von sanften Berührungen bis hin zu Analverkehr. Kommunikation und Hygiene sind hier entscheidend.

Analsex

Sexueller Verkehr über den Anus. Langsam, einvernehmlich und mit viel Gleitmittel – so wird’s angenehm.

Anilingus

Das Lecken des Arschlochs, dabei kommt es meist erst zum Rimming und dann stecken manche die Zunge auch etwas in den After, hierbei lauern besonders viele Krankheitsfallen.

Ares

In der BDSM-Szene häufig als Synonym für „Arousal Resistance“ genutzt: Spiele, bei denen der/die Sub erregt wird, aber (noch) keinen Orgasmus haben darf. Teil von Tease-&-Denial-Szenarien.

B

BBC

Abkürzung für Big Black Cock, steht für einen großen Schwanz eines dunkelhäutigen Mannes.

BDSM

Abkürzung für Bondage & Discipline, Dominance & Submission, Sadism & Masochism. Sammelbegriff für einvernehmliche Macht- und Rollenspiele. Die Bandbreite der Spiele ist hier sehr breit und reicht von Erniedrigung über Bondage bishin zu PetPlay. Meist ist einer der dominante Part und der andere der devote Part.

BJ (Blowjob)

Abkürzung für Blowjob, also orale Stimulation des Penis mit Mund, Lippen und Zunge. Blowjobs können sanft und spielerisch oder sehr intensiv (z. B. in Verbindung mit Deepthroat oder Gagging) sein. Für viele ist der Reiz eine Kombination aus körperlicher Lust, Intimität und Machtspiel. Wie bei allen sexuellen Praktiken gilt: Kommunikation über Vorlieben, Grenzen und Tempo macht das Erlebnis für alle Beteiligten angenehmer.

Blindfolding

Das Verbinden der Augen beim Sex führt zu intensiveren Empfindungen, weil andere Sinne dadurch stärker arbeiten. Dabei kann zusätzlich mit Geräuschen gespielt werden, um die Fantasie des Blinden anzuregen, beispielsweise Peitschenschäge in der Luft, das Vibrieren eines Vibrators oder der Gang zu einer bestimmten Stelle im Raum. Das Augenverbinden wird auch oft mit Fesseln kombiniert.

Bondage

Fesselspiele: vom simplen Handfesseln bis hin zu kunstvollem Shibari (japanische Seilkunst). Dabei werden oft spezielle Bondage-Seile verwendet, die. es in verschiedenen Materialien gibt. Es ist wichtig bei komplexeren Fesslungen die Regeln zu beachten und sich über Bondage zu informieren, damit es für beide ein genussvolles Erlebnis wird. Das Ziel vom Fesseln ist vor allem Kontrolle, Hingabe und Sinnessteigerung. Oft werden dabei auch die Augen verbunden, um das Erlebnis noch zu intensivieren. 

Breast Torture

Eine Form der körperlichen Stimulation oder Quälung der Brüste und vor allem der Nippel, z. B. durch Klammern, Schläge, Fesseln oder Vakuumpumpen. Reicht von sanftem Reiz bis zu intensiven Schmerzspielen.

Breath Play

Erotisches Spiel mit der Kontrolle oder Einschränkung der Atmung. Extrem riskant und nur für erfahrene Paare mit absolutem Vertrauen – erfordert genaue Vorbereitung und Wissen. Der Thrill turnt viele Menschen an und verstärkt das Lustgefühl.

Bukkake

Eine sexuelle Praxis, bei der mehrere Männer gleichzeitig oder nacheinander auf eine Person (meist eine Frau) ejakulieren – üblicherweise auf Gesicht, Brust oder Körper. Ursprünglich aus der japanischen Pornokultur stammend, wird Bukkake heute auch als Gruppensex-Szenario praktiziert. Wichtig: Wie bei allen Gruppensex-Praktiken sind Consent (Zustimmung), Safer Sex und klare Absprachen im Vorfeld essenziell.

Butt-Plug

Ein Buttt-Plug ist quasi ein Analstöpsel. Das gibt es in verschiedensten Größen meist in einer oval, spitz zulaufenden Form, damit es leicht einzuführen ist. Am Ende befindet sich dann immer ein Stopper, damit der Butt-Plug nicht im Anus verschwindet. Am besten dennoch Gleitgel zur Einführung benutzen. Das Einführen selbst ist für viele erotisch sowie das herausziehen, aber auch Sex damit kann stimulierend sein. Butt-Plugs gibt es in diversen Ausführungen, Farben, Materialien und Formen. 

C

Caning

Eine fortgeschrittene Schlagtechnik mit flexiblen Stöcken oder Ruten (meist aus Rattan oder Bambus). Sehr schmerzintensiv und daher nur für Erfahrene geeignet – immer mit Absprache und Vorsicht.

CBT (Cock and Ball Torture)

Eine BDSM-Praktik, bei der Penis und/oder Hoden gezielt stimuliert oder gequält werden – durch Druck, Schläge, Klammern oder andere Techniken. Nur mit Erfahrung und Absprache sicher auszuführen.

Chemsex

Chemsex bezeichnet sexuelle Aktivitäten unter dem Einfluss von bewusst eingesetzten Drogen wie Crystal Meth, GHB/GBL, Ketamin oder Kokain. In den englischsprachigen Ländern auch bekannt unter PnP und HH. Der Begriff PnP (Party and Play) beschreibt vor allem in der queeren Szene Sexpartys mit Drogenkonsum, während HH (High & Horny) dieselbe Idee in kleinerem, privaten Rahmen meint.

CMNF

Abkürzung für Clothed Male, Naked Female – ein Fetisch, bei dem der Mann bekleidet bleibt, während die Frau nackt ist. Beliebt für Machtspiele und das Erleben von Scham, Kontrolle oder Voyeurismus.

Cuckold

Ein Mann, der es erregend findet, wenn seine Partnerin Sex mit anderen Männern hat – oft verbunden mit Voyeurismus und Machtspielen.

Cunnilingus

Die intime Befriedigung einer Frau mit der Zunge. Umgangssprachlich als „Lecken“ bezeichnet.

D

Deepthroat

Deepthroat bezeichnet eine Oralverkehr-Technik, bei der der Penis tief in den Rachen eingeführt wird, sodass Mund- und Rachenraum vollständig ausgefüllt sind. Viele Männer empfinden Deepthroat als besonders intensiv, da der Rachen dabei enger wird und so ein festeres, stimulierendes Gefühl erzeugt. Für die gebende Person kann der Reiz im Überwinden des Würgereflexes, dem Gefühl der Hingabe oder im Spiel mit Macht und Kontrolle liegen. Da diese Technik körperlich fordernd ist, sind Übung, Kommunikation und klare Signale zwischen den Beteiligten wichtig.

Diaperlover (Windelfetisch)

Personen, die es sexuell erregend oder emotional befriedigend finden, Windeln zu tragen oder zu benutzen. Oft Teil der ABDL-Szene (Adult Baby/Diaper Lover) – kann mit Ageplay kombiniert sein, muss aber nicht.

Doggy Style

Eine Sexposition, bei der der aktive Partner von hinten eindringt. Beliebt wegen der tiefen Penetration und dominanten Dynamik.

Dom/Sub

Abkürzung für Dominant und Submissive. Beschreibt die Rollenverteilung bei BDSM-Spielen: Führend (Dom) und Hingebend (Sub).

E

Edgeplay

BDSM-Praktiken, die bewusst an die Grenze der eigenen Komfortzone gehen. Erfordert viel Vertrauen und klare Absprachen.

Ejakulation

Der Samenerguss bei Männern, häufig verbunden mit Orgasmus – kann aber auch unabhängig davon auftreten.

Elektroplay

Spiel mit elektrischen Reizen auf der Haut oder erogenen Zonen, z. B. durch TENS-Geräte. Kann kitzelnd oder intensiv stimulierend sein. Nur mit geeigneten Geräten und Sicherheitswissen.

F

Fetisch

Sexuelle Vorliebe für bestimmte Objekte, Materialien oder Handlungen (z. B. Latex, Schuhe, Füße).

Femdom

Kurz für Female Domination – eine Konstellation, bei der die Frau die dominante Rolle einnimmt und der Mann (oder die Sub-Person) sich unterordnet.

Findom

Kurz für Financial Domination – ein Fetisch, bei dem eine dominante Person (meist Femdom) Kontrolle über das Geld des submissiven Partners hat. Reicht von symbolischen „Tributen“ bis zu weitreichenden Vereinbarungen.

Fisting

Das Einführen der gesamten Hand in Vagina oder Anus. Erfordert viel Erfahrung, Entspannung, Gleitmittel und klare Absprachen – niemals ohne vorherige Einwilligung und Vorbereitung.

FFM

Ein Dreier, also Sex zu dritt mit zwei Frauen und einem Mann.

Flogger

Ein mehrschwänziges Schlaginstrument (meist aus Leder), das beim Spanking oder in BDSM-Sessions eingesetzt wird. Flogger können je nach Material weich streicheln oder intensiv schmerzen – perfekt für variierendes Spiel mit Reizen.

FKK

Steht für Freikörperkultur und meint das Nackt sein. Es gibt eigene FKK-Strände auf manchen Seen, Ufern oder auch am Meer. Am kroatischen Meer gibt es auch den berühmten „Schweinchenstrand“, an dem die Menschen Sex am Strand haben. Als Frau sollte man hier eher nicht alleine hingehen.

G

Gagging

Gagging beschreibt das gezielte Hervorrufen des Würgereflexes während Oralverkehr (oft in Verbindung mit Deepthroat). Manche erleben diesen Reflex als erotisch oder erniedrigend, andere schätzen die intensivere Enge und Stimulation. Auch hier gilt: Nur mit Absprache, Pausen und sicheren Zeichen, da Gagging körperlich fordernd sein kann.

Gangbang

Sexuelle Begegnung, bei der eine Person mit mehreren Partnern gleichzeitig oder nacheinander Sex hat. Meist handelt es sich um Frauen, die es genießen, sich von mehreren Männern benutzen zu lassen. 

Glory Hole

Eine Wandöffnung, durch die sexuelle Handlungen anonym stattfinden können. Im Normalfall wird ein Penis durch das Loch gesteckt und auf der anderen Seite kann dieser von verschiedenen Personen anonym liebkost werden. Glory Holes sind besonders oft in Gay Clubs zu finden.

Golden Shower

Die Golden Shower (dt. „Goldener Regen“) bezeichnet eine sexuelle Praktik, bei der Urin eine Rolle spielt. Dabei kann eine Person eine andere anpinkeln oder sich selbst anpinkeln lassen. Häufig geschieht dies im Rahmen von Fetisch- oder BDSM-Szenarien, bei denen es um Macht, Tabubruch oder besondere Formen der Lust geht.

Varianten: Im Stehen, Liegen oder unter der Dusche; mal spielerisch, mal rituell eingebunden.

Bedeutung: Für manche hat es einen klaren Fetisch-Charakter (Urophilie), andere sehen es mehr als Element der Erniedrigung oder Hingabe.

Wichtig: Hygiene, Einvernehmlichkeit und vorherige Absprache sind essenziell.

H

Handjob

Manuelle Stimulation des Penis mit der Hand.

Hotwife

Eine Frau, die Sex mit anderen Männern hat, während ihr Partner (meist ein Cuckold) zuschaut oder es weiß – ein beliebtes Szenario in der Swingerwelt.

HÜ (Herrenüberschuss)

Partys mit HÜ sind Wifesharing-Partys, es gibt also mehr Männer als Frauen und eine Frau hat dort im Durchschnitt mit mehreren Männern (gleichzeitig und/oder hintereinander) Sex.

Hypnokink

Ein Fetisch, bei dem Hypnose oder hypnotische Suggestionen ins Spiel integriert werden – z. B. um Fantasien zu intensivieren, Macht abzugeben oder bestimmte Rollen einzunehmen. Erfordert hohes Vertrauen und Erfahrung.

I

Intimität

Nähe und Verbundenheit, die über reine sexuelle Handlungen hinausgeht – wichtig in jeder gesunden sexuellen Beziehung.

J

J.O.I.

Abkürzung für Jerk Off Instruction – erotische Anweisungen zur Selbstbefriedigung, oft in der Dominanz-Submissiv-Dynamik.

K

Kamasutra

Ein altes indisches Werk über Liebe, Sexualität und unterschiedliche Sexpositionen.

Kinbaku

Eine intensivere Form des japanischen Bondage, die den Schwerpunkt stärker auf emotionale Tiefe und psychologische Intensität legt, weniger auf reine Optik.

Kinky

Ein Überbegriff für ungewöhnliche, aufregende oder fetischnahe Praktiken, die vom “klassischen” Sex abweichen. Umgangssprachlich sagt man auch „kinky“ als Adjektiv, wie kinky Outfit, kinky Party oder kinky Abend. 

Klitoris

Die Klitoris ist das weibliche Lustzentrum mit Tausenden von Nervenenden – für die meisten Frauen der Hauptweg zum Orgasmus.

Knife Play

Ein Edge-Play-Bereich, bei dem mit Messerreizen (stumpf oder scharf) gespielt wird – psychologisch und physisch sehr intensiv. Nur für erfahrene Spieler:innen und mit klaren Sicherheitsregeln.

L

Latex

Beliebtes Material in der Fetischszene. Hauteng, glänzend und mit starkem visuellen Reiz. Beliebt und oft gesehen auf BDSM & Fetischparties und in entsprechenden Clubs. Sitzt wie eine zweite Haut, ist anstrengend anzuziehen und auszuziehen und man schwitzt unter dem nicht atmungsaktiven Material. Ist also nicht gerade das bequemste Fetisch-Outfit.

Lingam

Ein sanskritischer Begriff für den männlichen Genitalbereich, häufig im Tantra verwendet. Ähnlich wie „Yoni“ steht Lingam nicht nur für die Anatomie, sondern symbolisiert auch Lebensenergie, schöpferische Kraft und spirituelle Sexualität. In tantrischen Praktiken wird der Lingam verehrt und achtsam berührt, um Bewusstsein, Lust und Verbindung zu vertiefen.

Lustkiller

Faktoren, die Erregung blockieren, z. B. Stress, Angst oder mangelnde Kommunikation. Ein Beispiel: Wenn ein Paar gerade intim miteinander wird und dann sagt er oder sie „Du riechst genau wie meine Mutter.“ Oder wenn jemand ins Zimmer platzt. Oder grauenhafte Tattoos, mit denen man nicht gerechnet hat. Lustkiller sind sehr individuell. 

M

Masturbation

Masturbation bezeichnet die sexuelle Selbstbefriedigung durch Stimulation der eigenen Geschlechtsorgane – mit der Hand, Spielzeugen (Sex-Toys) oder anderen Hilfsmitteln. Sie ist eine der häufigsten und natürlichsten sexuellen Praktiken und kann allein oder in Gegenwart eines Partners (z. B. gegenseitige Masturbation) stattfinden. Masturbation dient nicht nur der sexuellen Lust, sondern kann auch Stress abbauen, das Körperbewusstsein fördern und beim Erkunden eigener Vorlieben helfen. In vielen Kulturen wurde Selbstbefriedigung lange tabuisiert, heute wird sie zunehmend als gesunder Teil der Sexualität anerkannt.

Masochismus

Masochismus bezeichnet das Erleben sexueller Lust durch das Empfangen von Schmerz, Demütigung oder Unterwerfung. Der Begriff geht auf den Schriftsteller Leopold von Sacher-Masoch zurück, dessen Werke im 19. Jahrhundert diese Thematik populär machten. Masochismus kann sehr unterschiedliche Formen annehmen – von sanften, spielerischen Schlägen bis hin zu intensiven Schmerz- oder Erniedrigungsszenarien. Wichtig ist dabei immer: Es geschieht konsensuell, in einem sicheren Rahmen und meist mit vorher vereinbarten Safewords. In der BDSM-Szene ist Masochismus eine der zentralen Rollen und steht häufig im Zusammenspiel mit Sadismus (dem Zufügen von Schmerz) – zusammen bekannt als Sadomasochismus.

MFMF

Paar-Sex mit zwei Paaren. Dabei wird oft der Partner getauscht und es vergnügen sich alle vier miteinander, zwei Frauen und zwei Männer.

Milking Table

Ein „Milking Table“ ist ein spezielles Möbelstück, das vor allem in Fetisch‑ oder BDSM‑Umgebungen verwendet wird. Dabei handelt es sich in der Regel um eine niedrige Liege mit einer gepolsterten Auflage, in deren Mitte sich eine Öffnung befindet. Eine Person legt sich bäuchlings auf den Tisch, wobei durch die Öffnung Körperteile erreichbar werden, während der Rest des Körpers auf der Liege verbleibt. Die Konstruktion dient dazu, in einer spielerischen oder voyeuristischen Situation Berührung oder Stimulation zu ermöglichen, ohne dass sich die Beteiligten unmittelbar ansehen müssen. In Clubs wie dem LOVEKINO wird ein solches Möbel als Teil der Ausstattung für besondere Vorlieben genutzt.

MMF

Ein Dreier, also Sex zu dritt mit zwei Männern und einer Frau.

N

Natursekt

Ein Begriff aus der Fetisch- und BDSM-Szene für das Einbeziehen von Urin in sexuelle Praktiken. Dabei kann es um das Anpinkeln des Partners (Urophilie), das gemeinsame Erleben des Urinierens oder das Trinken von Urin gehen. Für viele ist Natursekt ein Tabubruch mit starker erotischer Komponente, der Machtspiele, Demütigung oder Intimität beinhalten kann. Wichtig: Natursekt sollte nur mit Absprache und Einverständnis aller Beteiligten praktiziert werden. Da Urin Keime enthalten kann, ist auf Safer-Sex-Praktiken und Hygiene zu achten, besonders wenn er in den Mund oder auf Schleimhäute gelangt.

Nymphomanie

Ein historischer Begriff für ein als übersteigert wahrgenommenes sexuelles Verlangen bei Frauen. Ursprünglich im 19. Jahrhundert von Medizinern geprägt, wurde Nymphomanie lange Zeit benutzt, um weibliche Sexualität zu pathologisieren und gesellschaftlich zu kontrollieren. Heute gilt der Ausdruck als veraltet und stigmatisierend. In der modernen Sexualwissenschaft spricht man stattdessen von Hypersexualität oder sexueller Impulskontrollstörung, wenn ein übermäßiges sexuelles Verhalten tatsächlich Leidensdruck verursacht.

O

Oralverkehr

Stimulation der Genitalien mit Mund, Lippen und Zunge. Sowohl vom Mann (blasen) als auch von der Frau (lecken). Findet beides gleichzeitig statt, so nennt man das 69er-Stellung.

Orgasmus

Der Höhepunkt sexueller Erregung – körperlich und emotional sehr individuell erlebbar. Zudem gibt es die verschiedensten Arten von Orgasmen. Frauen können beispielsweise klitoral, vaginal, anal, nur durch Berührung etc. kommen. Beim Tantra kann sogar ein Ganzkörperorgasmus erreicht werden, wenn die Energie richtig zu fließen beginnt. Die Frau darf dabei zum Orgasmus kommen. Der Mann hingegen darf beim Tantra nicht kommen, da er die Energie beim Orgasmus verliert und körperlich nicht so leiten kann, wie eine Frau. 

P

Paddel

Ein flaches Schlaginstrument aus Holz, Leder oder Kunststoff, das beim Spanking eingesetzt wird. Es erzeugt breitflächige, gleichmäßige Schläge, die von sanft bis intensiv variiert werden können. Manche Paddels haben ein Loch, wodurch sie durch den geringeren Luftwiderstand härter geschlagen werden können. Andere haben stumpfe oder spitze Nieten dran.

Petplay

Rollenspiel, bei dem eine Person in die Rolle eines Tiers (z. B. Hund oder Katze) schlüpft. Dabei trägt das „Tier“ oftmals einen Butt-Plug mit einem Schwanz dran, passende Masken oder Latexkleidung. Zudem führt der Dom sein Sub-Tier gern an der Leine und auf allen Vieren. Auch aus dem Napf trinken, sich putzen und längere Spaziergänge sind oft Teil des Petplays.

Play Fight

Eine spielerische Kampf- oder Rauf-Szene, die Teil von Primal Play oder D/s-Dynamiken sein kann. Reicht von leichtem Rangeln bis zu kontrollierten Kraftspielen – immer mit Absprache und sicheren Grenzen.

Polyamorie

Die bekannte „Freie Liebe“, eine Beziehungsform, bei der mehrere Liebes- und/oder Sexualpartner einvernehmlich eingebunden sind. Es gibt Dreier-Konstellationen, die dauerhaft funktionieren, manche leben auch in einer Gemeinschaft, einem gemeinsamen Haus oder Ort mit ganz vielen anderen Menschen zusammen. 

Primal Play

Eine instinktive, animalische Form des Spiels, bei der Rollen wie „Jäger“ und „Beute“ übernommen werden. Oft mit Rangeln, Beißen, Kratzen und animalischen Geräuschen verbunden. Ziel ist ein rohes, ungefiltertes Lust-Erleben ohne klassische BDSM-Strukturen.

Q

Queer

Sammelbegriff für Menschen, die sich nicht in die klassischen Kategorien heterosexuell/cisgender einordnen.

R

Rainbow Kiss

Diese außergewöhnliche Praktik ist nur möglich, wenn die Frau ihre Tage hat. Sie beginnt mit der 69er Stellung, also zeitgleich lecken und blasen und führt dann zu einem Kuss, in dem sich Sperma und Menstruationsblut vermischen. Diese beiden Körperflüssigkeiten übertragen sehr leicht Krankheiten, daher ist zu dieser Praktik nur unter vertrauten Paaren zu raten, die beide gesund sind. 

Rigger

Ein Rigger ist im BDSM-Kontext die Person, die Bondage ausführt, also andere Menschen fesselt. Der Begriff stammt aus dem Englischen („to rig“ = ausrüsten, verzurren) und wird vor allem in der Shibari- und Rope-Bondage-Szene verwendet. Ein Rigger beschäftigt sich mit Knoten, Seilen, Techniken und der sicheren Anwendung von Fesselungen. Dabei geht es nicht nur um das rein Praktische, sondern auch um Ästhetik, Vertrauen und das besondere Gefühl, das durch Fesseln entsteht. Gegenpart: die gefesselte Person wird oft als Rope Bunny oder Bottom bezeichnet.

Wichtige Aspekte: Technik, Sicherheit (Durchblutung, Nerven), Kommunikation, aber auch künstlerischer Ausdruck und Intimität.

Kurz gesagt: Ein Rigger ist der „Seilkünstler“ im BDSM – er oder sie fesselt, gestaltet und trägt Verantwortung für das Wohlergehen der gefesselten Person.

Rimming

Stimulation des Anus mit Lippen oder Zunge. Nur mit Hygiene und Vertrauen.

Roleplay

Rollenspiele – vom simplen Fantasiespiel bis zu komplexen Szenarien (z. B. Arzt/Patient, Lehrer/Schüler). Beliebt ist beispielsweise das Spiel „Zwei Fremde begegnen sich in einer Bar“, bei dem die Partner in andere Rollen schlüpfen und dann Sex im Hotelzimmer haben. Denn ein anderer Ort als Zuhause verstärkt das Spiel noch zusätzlich. 

Rope Bunny

Bezeichnung für die gefesselte Person beim Bondage. Ein Rope Bunny genießt das Gefühl der Immobilisierung, der Seile auf der Haut und das emotionale Erleben der Fesselung.

S

Safe Word

Ein vorher vereinbartes Wort, das jede Szene sofort stoppt. Essenziell bei BDSM und allen intensiven Praktiken.

Shibari

Die japanische Kunst des ästhetischen Fesselns. Charakteristisch: kunstvolle Muster und Posen, die den Körper inszenieren. Der Fokus liegt auf Erotik, Ästhetik und Ritual.

Spanking

Das gezielte Schlagen auf den Po (mit Hand oder Hilfsmitteln). Beliebt als Teil von BDSM-Spielen – von sanftem Klaps bis hin zu härteren Schlägen. Wichtig: Einvernehmlichkeit und klare Grenzen.

Spermaspiele

Erotische Praktiken, bei denen Sperma bewusst in das sexuelle Spiel eingebunden wird (z. B. auf dem Körper verteilen, Konsumieren). Wie bei allen fluidbasierten Spielen: Kommunikation und Safer Sex sind Pflicht.

SPH-Fetisch (Small Penis Humiliation)

Ein Fetisch, bei dem ein Mann es erregend findet, wegen der Größe seines Penis herabgewürdigt oder verspottet zu werden. Teil der größeren Kategorie von Erniedrigungsfetischen.

Strapon

Ein Dildo mit Haltegeschirr, den meist Frauen tragen, um ihre Partner (egal welchen Geschlechts) zu penetrieren. Beliebt bei Pegging (Frau dringt beim Mann anal ein) oder bei lesbischem Sex.

Swingerclub

Ort, an dem Paare und Singles in einer geschützten Umgebung sexuelle Kontakte zu anderen knüpfen können.

T

Tantra

Mehr als nur „Slow Sex“: Tantra ist eine spirituelle Praxis, die Sexualität mit Meditation, Atmung und bewusstem Erleben verbindet. Ziel ist oft, die Verbindung zu sich selbst und dem Partner zu vertiefen und Lust ganzheitlich zu erleben.

Tease & Denial

Spielerisches Aufbauen und Zurückhalten von Lust – macht den Orgasmus intensiver.

Trüffelbutter

Ein eher neuerer Begriff, der das gemischte Sekret aus Vaginalflüssigkeit, Analsekret und ggf. Stuhlresten beschreibt, das beim Wechsel von Analsex zu Vaginalsex und umgekehrt entstehen kann. Ohne dabei das Kondom zu wechseln oder erst gar keines zu benutzen. Der Name bezieht sich auf die butterartige Konsistenz und die „bräunlich-weiße“ Optik dieser Mischung. Wichtiger Hinweis: Trüffelbutter ist kein „Spielzeug“, sondern eher ein Nebeneffekt bestimmter sexueller Praktiken. Das Wechseln zwischen Anal- und Vaginalverkehr ohne Reinigung oder Kondomwechsel birgt erhöhte Infektionsrisiken (z. B. durch Darmbakterien). Diese fragwürdige Sexpraktik ist wirklich in keinster Weise zu empfehlen.

TV/TS

Abkürzung für Transvestite (TV) und Transsexual (TS). In der Szene gebräuchliche (teils veraltete) Begriffe für Menschen, die geschlechtsübergreifend Kleidung tragen oder eine Geschlechtsangleichung leben/wünschen. Heute wird häufig neutraler von Crossdressing oder Transidentität gesprochen.

U

Urophilie

Erregung durch Urin – fällt in den Bereich Fetisch/Natursekt.

V

Vanilla Sex

“Standardsex” ohne besondere Fetische oder Rollenspiele. Wird oft kontrastiert zu Kink oder BDSM.

W

Wax Play

Spiel mit heißem Wachs – beliebt im BDSM-Bereich. Nur mit speziellem Körperwachs und Vorsicht.

Wifesharing

Ein Fetisch oder Lifestyle, bei dem ein Mann es erregend findet, wenn seine Partnerin mit anderen Männern schläft – oft verbunden mit Voyeurismus oder Cuckold-Elementen.

X

Xenophilie

Sexuelle Anziehung zu fremden, ungewöhnlichen oder „anderen“ Dingen oder Menschen – oft in Form von Fantasien über Außergewöhnliches, Unbekanntes oder „das Fremde“.

X-Chromosom-Fetisch

Wird manchmal in der Szene als spielerischer Begriff für Faszination mit Weiblichkeit oder femininen Merkmalen verwendet (in Femdom- oder Crossdressing-Kontexten).

Y

Yiffing

Ein Begriff aus der Furry-Szene: beschreibt sexuelle Aktivitäten (real oder in Rollenspielen) zwischen Menschen in Tierkostümen oder mit anthropomorphen Charakteren.

Yoni

Ein sanskritischer Begriff für die weiblichen Genitalien. Besonders im Tantra-Kontext steht Yoni nicht nur für Anatomie, sondern für den spirituellen und energetischen Aspekt der weiblichen Sexualität.

Z

Zwangsfantasien

Zwangsfantasien, in der Szene oft CNC genannt, sind konsensuelle Rollenspiele, in denen Machtlosigkeit oder erzwungene Sexualität inszeniert wird. Anders als echte Übergriffe, wie Vergewaltigungen, beruhen sie auf klarer Absprache, Vertrauen und Safewords. Der Reiz liegt häufig in der Fantasie von Kontrollverlust und dem Spiel mit Macht, das in einem sicheren Rahmen erforscht wird. Diese Fantasien sind emotional intensiv und erfordern daher gründliche Vorbereitung und Nachsorge zwischen den Beteiligten.

Warum ein Sex-Lexikon?

Sexualität ist vielfältig – und Begriffe aus der Szene, dem Fetischbereich oder der modernen Sexkultur tauchen heute überall auf: in Gesprächen, in Medien, in Datingprofilen. Doch viele wissen gar nicht genau, was dahintersteckt.

Unser Sex-Lexikon bringt Licht ins Dunkel: klar, verständlich und ohne Tabus. Ob du dich einfach informieren möchtest, neu in der Swinger- oder BDSM-Szene bist oder Inspiration für dein Liebesleben suchst – hier findest du die wichtigsten Begriffe von A bis Z, erklärt in Alltagssprache und mit dem Fokus auf Respekt, Consent und Safer Sex.

Ein Doppelband, der Grenzen sprengt… 

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Zwei Bücher. Zwei Perspektiven. Ein heißes Abenteuer.
In Swing, Baby – my kinky little secret erzählen Leona und Alex schonungslos ehrlich, wie sie gemeinsam in die Welt von Swinging, BDSM und offenen Beziehungen eintauchen.
Erlebe beide Sichtweisen: die Neugier, die Zweifel, die Eifersucht – aber auch den prickelnden Nervenkitzel, wenn Grenzen verschwimmen und neue Fantasien Realität werden.

Der Doppelband ist mehr als ein Buch – es ist ein intimer Blick in eine Beziehung, die wagt, was viele nur heimlich träumen. Perfekt für alle, die Lust auf echte Geschichten, knisternde Spannung und ein bisschen „Dirty Truth“ haben.